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Interview mit Kerstin Purnhagen, Impulsgeber Zukunft Bremen

Kerstin Purnhagen, Impulsgeber Zukunft Bremen


Frau Purnhagen, aus Ihrer Sicht als Erstberaterin: Warum ist unternehmensWert:Mensch für KMU so interessant und hilfreich?


Insbesondere die kleinsten Unternehmen trauen sich oft nicht, Defizite anzusprechen und Hilfe ins Haus zu holen. Das hat mehrere Gründe: Sie befürchten, plötzlich als schlechter Betrieb dazustehen, sobald sie zugeben, dass sie Schwierigkeiten haben. Dann hängt es mit der Größe des Betriebes zusammen: Je kleiner der Betrieb ist, desto eher merkt man natürlich, wenn es nicht rund läuft. Gleichzeitig steht immer weniger Zeit zur Verfügung, sich strategisch mit Problemen auseinanderzusetzen. Und schließlich herrscht in einigen Branchen ein so starker Wettbewerb, dass der Austausch mit anderen Unternehmen nicht in Frage kommt, selbst wenn die Betriebe ähnliche Probleme haben. Die Erstberatung ist in solchen Fällen ein geschützter Raum, in dem die Unternehmen erstmalig offen und frei über ihre Defizite sprechen können, bzw. sich überhaupt erst trauen diese anzusprechen. Denn sie wissen, dass sie mit ihren Problemen nicht allein gelassen werden, sondern dass sie zunächst über die Erstberatung und daran anschließend mithilfe externer Berater gemeinsam Lösungen entwickeln können.

 


Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere am Ablauf von unternehmensWert:Mensch?


Ganz klar: Dass die Erstberatung nicht an die Prozessberatung gekoppelt ist, macht das Programm sehr attraktiv. Unternehmen können sich völlig unverbindlich informieren und beraten lassen. Damit ist für viele Unternehmen schon ein erster großer Schritt gemacht, weil sie wenig bis gar keine Erfahrungen mit externer Beratung haben. Während des Erstgespräches können sie sich dann behutsam an den Gedanken herantasten, dass die gemeinsame Arbeit mit einem externen Berater oder einer externen Beraterin in der Tat eine sinnvolle Option sein kann. Ein weiterer Vorteil des mehrstufigen Ablaufs bei unternehmensWert:Mensch ist natürlich, dass die vertraute Erstberatungsstelle immer als Ansprechpartner, also als Lotse zur Seite steht und dass die Unternehmen nahtlos in die Prozessberatung übergehen können.

 


Mit welchen Problemen kommen KMU aus Ihrer Region zu Ihnen? Können Sie eine Tendenz zu bestimmten Handlungsfeldern erkennen?


Es ist schwierig eine Tendenz zu einem bestimmten Handlungsfeld zu erkennen, weil die Handlungsfelder natürlich eng miteinander verzahnt sind. Zwei Beispiele: Flexible und familienfreundliche Arbeitszeiten sind nicht nur eine Frage von Chancengleichheit & Diversity, sondern auch der Personalführung und Arbeitsorganisation. Ebenso bei der Wissensvermittlung: Wir brauchen nicht über Wissen & Kompetenz zu sprechen, wenn wir nicht vorher über Personalentwicklung und -führung gesprochen haben, bzw. im Blick haben, dass es sich um reale Menschen handelt, die sich weiterentwickeln wollen und müssen. Wenn es eine Tendenz gibt, dann ist es diejenige, dass Fragen der Personalführung meistens der Auslöser sind, um in die Erstberatung zu kommen. Dass auch noch andere Handlungsfelder im Unternehmen - manchmal sogar die gesamte Unternehmenskultur - davon betroffen sind, stellen die Unternehmen oft im Erstgespräch fest.

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