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Arbeiten 4.0: Bundesarbeitsministerium startet Experimentierräume

14.06.2017 - 

 

uWM plus unterstützt Unternehmen bei der Etablierung innovativer Arbeitskonzepte

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gibt am 14. Juni 2017 den Startschuss für die Einrichtung von betrieblichen Lern- und Experimentierräumen für Arbeitsinnovationen. Das Ministerium möchte damit Unternehmen und Verwaltungen zur Erprobung neuer Arbeitsweisen ermutigen und sie bei der Umsetzung unterstützen. Betriebliche Lern- und Experimentierräume sind ein Element einer "lernenden Arbeitspolitik" und einer umfassenden Forschungs-, Innovations- und Transferstrategie.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles: "Die Digitalisierung bietet vor allem Chancen. Wenn wir gute Arbeit erhalten und schaffen wollen, dann kommt es vor allem auf die Betriebe selbst an. Viele Unternehmen erproben bereits neue Formen der Arbeitsgestaltung. Deshalb möchte ich betriebliche Lern- und Experimentierräume fördern, damit Unternehmensleitung und Beschäftigte gemeinsam ausprobieren können, wie die Arbeit der Zukunft in ihrem Betrieb konkret aussehen kann. Denn Gute Arbeit lässt sich durch Gesetze alleine nicht bewerkstelligen. Es geht auch um eine zukunftsfähige Unternehmenskultur in den Betrieben. Das gilt gerade für kleine und mittlere Unternehmen."

Das Bundesarbeitsministerium hat mit dem Grünbuch Arbeiten 4.0 einen breiten Dialog mit Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften über die digitale Zukunft der Arbeitswelt initiiert und im November 2016 mit dem Weißbuch Arbeiten 4.0 erste Antworten skizziert. Der nächste Schritt ist die Einrichtung von Lern- und Experimentierräumen, um neue Arbeitsweisen in der betrieblichen Praxis zu erproben.

Innovationen in KMU erproben – mit unternehmensWert:Mensch plus

Kleine und mittlere Unternehmen sind von dem Wandel in der Arbeitswelt besonders betroffen. Einerseits stehen sie vor der Herausforderung der Digitalisierung und des demografischen Wandels, andererseits fehlen nicht selten die Ressourcen, um langfristige Konzepte für eine erfolgreiche Zukunft zu entwickeln. Bereits heute setzt das Beratungsprogramm unternehmensWert:Mensch, das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wird, hier an und bietet eine geförderte Beratung, die Unternehmen und Beschäftigten hilft, gemeinsam gute und zukunftsfähige Arbeitsstrukturen und -bedingungen zu schaffen.

Das Programm wird in Kürze um einen neuen Programmzweig erweitert: unternehmensWert:Mensch plus (uWM plus). Im Rahmen von uWM plus erhalten kleine und mittlere Unternehmen Beratung bei der Etablierung eines Lern- und Experimentierraums in ihrem Betrieb, um die Herausforderungen der digitalen Transformation innovativ gestalten zu können.

Information und Austausch auf www.experimentierraeume.de

Im Zentrum steht die Praxis- und Transferplattform www.experimentierraeume.de, auf der Unternehmen und Verwaltungen ihre Lern- und Experimentierräume präsentieren und sich mit anderen Unternehmen austauschen können. Auf der Plattform nehmen zudem Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gewerkschaften Stellung zu unterschiedlichen Aspekten der Digitalisierung. Außerdem können voraussichtlich ab August 2017 neben uWM plus weitere Förderangebote beantragt werden.

Flexibilität, Qualifizierung und Diversität – die Arbeitswelt im Wandel

Hintergrund für die Experimentierräume sind die vielfältigen Megatrends, die den Arbeitsmarkt der Gegenwart und Zukunft bestimmen. Digitale Technologien erleichtern in vielen Bereichen die Arbeit und erlauben mehr Flexibilität. Gleichzeitig beschleunigen sie die Arbeitsprozesse und ermöglichen eine permanente Erreichbarkeit, die zur Belastung werden kann. Auch der Qualifizierungsbedarf steigt, weil die digitale Zukunft der Arbeit neue Kenntnisse und Fertigkeiten erfordert. Die Experimentierräume sind der Ort, an dem Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter gemeinsam kreative Ideen entwickeln und ausprobieren, mit denen sich die Chancen der Digitalisierung nutzen und die Herausforderungen bewältigen lassen.

Mehr Informationen unter www.experimentierraeume.de.