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Geförderte Unternehmenskultur: Beratungsprogramm bietet Unterstützung für KMU

Demografischer Wandel, krankheitsbedingte Engpässe oder Nachwuchsmangel – die personellen Anforderungen an Unternehmen sind vielfältig, die Bindung von Fachkräften ist eine branchenübergreifende Herausforderung. Kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlen jedoch oft die Ressourcen, um diese Herausforderungen anzugehen.

Hier setzt das Beratungsprogramm unternehmensWert:Mensch an. Mit passgenauen Beratungsdienstleistungen unterstützt es kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Entwicklung moderner, mitarbeiterorientierter Personalstrategien.

Dr. Gabriele Feulner aus der Koordinierungsstelle des Programms im Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat uns drei Fragen zu unternehmensWert:Mensch beantwortet.

Frage 1: Die Ansprüche an Unternehmen werden immer vielfältiger – wieso lohnt es sich, sich zusätzlich für eine gute Unternehmenskultur zu engagieren?

Dr. Gabriele Feulner: Der Wettbewerb wird härter, die Arbeit verdichtet sich und die Belegschaften werden älter. In den nächsten Jahren müssen wir uns darauf einstellen, dass die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen werden. Wenn die Anforderungen an Unternehmen steigen, steigt gleichzeitig auch der Druck auf die Mitarbeitenden. Für Unternehmen wird es immer wichtiger, sich für ihre Beschäftigten zu engagieren. Denn motivierte und gesunde Mitarbeitende sind heute mehr denn je Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Das gilt für bestehende Beschäftigte und für potenzielle neue Fachkräfte gleichermaßen. Denn gute Arbeitsbedingungen sind auch ein wichtiges Aushängeschild.

Frage 2: Was bedeutet eigentlich eine „gute Unternehmenskultur“?

Dr. Gabriele Feulner: Die Unternehmenskultur setzt sich aus unterschiedlichen Aspekten zusammen. An erster Stelle steht eine mitarbeiterorientierte und motivierende Personalführung. Gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen sind essenziell, damit Fachkräfte in Zeiten des demografischen Wandels langfristig gesund arbeiten können. Vielfalt in der Belegschaft stärkt die Kreativität und die Produktivität; Weiterbildungsstrategien fördern interne Potenziale  - dies gewinnt gerade in unserer Wissensgesellschaft zunehmend an Bedeutung.

Frage 3: Und wie erreicht man das für sein Unternehmen?

Dr. Gabriele Feulner: Eine zukunftsfähige und mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur erreicht man, indem man als Unternehmen seine Mitarbeitenden in Entscheidungen einbezieht und ihre Vorschläge und Anregungen in seine Planung einbringt. Denn häufig wissen Beschäftigte sehr genau, in welchen Bereichen noch Verbesserungen möglich oder notwendig sind.

Der Ansatz von unternehmensWert:Mensch bringt deshalb Führung und Beschäftigte an einen Tisch. In der Erstberatung wird zunächst die Förderfähigkeit des Unternehmens geprüft und es werden die personalpolitischen Handlungsfelder identifiziert. In der folgenden Prozessberatung wird ein Veränderungsprozess angestoßen. Das Besondere dabei ist, dass Unternehmensführung und Beschäftigte gemeinsam die Maßnahmen entwickeln, die sie im Betrieb umgesetzt möchten.


Unternehmenswert:Mensch

Das Programm:

Zielgruppe sind kleine und mittelständische Unternehmen, die vorausschauende und mitarbeiterorientierte Personalstrategien entwickeln möchten.

Förderung:

Das Programm bezuschusst die Kosten der Beratung je nach Unternehmensgröße zu 50 oder 80 Prozent. Die Restkosten tragen die Unternehmen selbst. Die Beratung direkt im Unternehmen kann Max. zehn Tage dauern und Max. 1.000 Euro pro Beratungstag kosten.

Hintergrund:

Gefördert wird unternehmensWert:Mensch durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds. Das Programm ist inhaltlich verzahnt mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit und steht im Kontext der Fachkräfte-Offensive der Bundesregierung. In einigen Bundesländern ergänzt das Programm bestehende Landesinitiativen.