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Interview mit Elisabeth Poša, Kühner Wärmetauscher GmbH

Elisabeth Poša, Geschäftsführerin Kühner Wärmetauscher GmbH

Mit unternehmensWert:Mensch hat die Kühner Wärmetauscher GmbH aus Baden-Württemberg ein präventives Gesundheitsmanagement eingerichtet.


Frau Poša, mit welchen Herausforderungen sahen Sie sich in Ihrem Unternehmen konfrontiert?


Wir spezialisieren uns auf die Maßanfertigung von Anlagen und Apparaten für die Lufterhitzung und -kühlung sowie den Wärme- und Abgaswärmetausch. Unsere Produkte sind Einzelanfertigungen. Und auch wenn wir immer auf dem neuesten Stand der Technik produzieren, heißt das oft: Handarbeit. Schweißen, stanzen, Bleche zuschneiden. Wer sich dieser körperlichen Belastung jeden Tag aussetzt, leidet öfter an muskel- und skelettbedingten Erkrankungen im Bereich des Rückens, des Nackens oder der Schultern, insbesondere unsere älteren Mitarbeiter. Das ist zwar nichts Neues für die Elektro- und Metallbranche, trotzdem haben wir irgendwann, nicht nur wegen des hohen Krankenstandes - gesagt: „So geht’s nicht weiter! Wir wollen, dass die Mitarbeiter gesund bleiben!“ Das gehört zu unserer unternehmerischen Verantwortung. Deshalb haben wir uns entschlossen, das Problem anzugehen. Und zwar präventiv.


Wie lief die Beratung ab und auf was haben Sie sich verständigt?


Die Servicestelle Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg hat uns auf die Möglichkeiten von unternehmensWert:Mensch hingewiesen. Mit der Erstberatungsstelle, dem Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V., haben wir uns nach einer umfassenden Bestandsaufnahme relativ schnell darauf verständigt, was zu tun ist. Dabei haben wir festgestellt, dass die Aufgabe vor der wir stehen, nicht nur mit dem Handlungsfeld Gesundheitsmanagement, sondern auch mit dem Feld Personalorganisation und Demografie zusammenhängt. Wir müssen uns fragen: Wie organisieren wir die Arbeit so, dass die Arbeitsbelastung für ältere Mitarbeiter verringert wird?
Dank der Hilfe des empfohlenen Prozessberaters haben wir innerhalb von fünf Beratungstagen gemeinsam mit dem Betriebsrat eine Reihe erster präventiver Maßnahmen entwickelt. Zusätzlich hat uns der Berater bei der Suche nach Partnern für die Umsetzung im Betrieb unterstützt. Mit der IKK Ludwigsburg haben wir dann vieles umsetzen können: regelmäßige Rückenschulen während der Arbeitszeit, Bewegungspausen, einen Gesundheitstag, an dem sich die Mitarbeiter rundum durchchecken lassen können sowie einwöchige Kurzkuren für Mitarbeiter, die unter großem Stress stehen.


Können Sie schon Veränderungen bemerken, wurden bereits konkrete Ergebnisse erzielt?


Ja, in der Tat sind die skelett- und muskelbedingten Erkrankungen bei uns zurückgegangen. Unsere Mitarbeiter nehmen regelmäßig an der Rückenschule teil. Und auch die Bewegungspausen werden regelmäßig genutzt. Die Maßnahmen haben unsere Mitarbeiter grundsätzlich für Gesundheitsfragen sensibilisiert:  Das ging soweit, dass die Mitarbeiter neben den geplanten Maßnahmen zusätzlich einen Rauchentwöhnungskurs nachgefragt haben. Das fanden wir als Geschäftsleitung natürlich großartig und haben dafür die Kosten übernommen. Übrigens mit Erfolg: Einige Mitarbeiter sind jetzt tatsächlich Nichtraucher.
Was aber sicherlich die größte Leistung ist, die wir durch die Teilnahme an der Beratung erreicht haben: Die Einzelmaßnahmen haben den Grundstein für ein langfristiges betriebliches Gesundheitsmanagement gelegt. In dessen Rahmen planen wir mit den Krankenkassen und der Rentenversicherungsanstalt bereits die nächsten Maßnahmen.


Was glauben Sie, hat in Ihrem Unternehmen zum Erfolg der Beratung beigetragen?


Zum einen, dass wir mit den Mitarbeitern zusammen die Maßnahmen entwickelt haben. Damit war die Akzeptanz von Anfang an da. Zum anderen, dass die Erstberatungsstelle uns geholfen hat herauszufinden, in welchem Bereich wir tatsächlich gezielt was verbessern können und müssen. Zusätzlich war es natürlich Gold wert, dass wir durch das Programm unternehmensWert:Mensch Zugang zu einem Netzwerk von Expertinnen und Experten gefunden haben, die uns mit ihrem Know-How unterstützt haben und auch bei zukünftigen Vorhaben zur Seite stehen können. 

 

 

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